26.06.2018

Beurteilungen Europäischer Dorferneuerungspreis 2018

 

Europäischer Dorferneuerungspreis 2018: Hinterstoder Oberösterreich, Österreich

 

Der Entwicklungsprozess „talaufwärts – vom Schlusslicht zum Vorzeigeort“ hat in der rund 930 Einwohner/innen zählenden Gemeinde bereits im Herbst 1991 begonnen. Die zentralen Erfolgsfaktoren des integrierten und ganzheitlichen Entwicklungsprozesses in Hinterstoder sind konsequente und aktive Bürgerbeteiligung, zahlreiche kreativ und kooperativ mitgestaltende Akteure sowie das Selbstverständnis, mit dem Nachhaltigkeit, Innovation und Modernität verfolgt und gelebt werden. Mit dem Ziel, für Bewohner/innen wie auch für Gäste ein Mehr an Lebensqualität zu verwirklichen, hat die Gemeinde 1994 mit der dorfgerechten Umgestaltung der Durchgangs­straße sowie mit der Schaffung von attraktiven Dorfplätzen oder Begegnungspunkten im Ortskern begonnen. Die Bestellung eines externen Architekten und Ortsplaners und insbesondere die Organisation von Architektur-Wettbewerben als Novum der Hinterstoderer Gemeindepolitik führten zu mehr Qualität bei kommunalen Gestaltungsfragen sowie zu neuen Formen von Partnerschaft und strategischer Zusammenarbeit. In diesem Geiste entstanden mehrere baukulturelle Highlights wie das preisgekrönte Veranstaltungszentrum Höss-Halle und das Vereinshaus.

 

Weitere integrierte Projekte fallen unter die Themenbereiche der nachhaltigen Raumentwicklung, der Verbesserung der Lebensqualität im Dorf sowie der Stärkung des lokalen Wirtschaftspotenzials und des touristischen Angebotes. Unter aktiver Einbindung und Mitgestaltung der lokalen Land- und Forstwirte/innen, der Tourismus­betriebe sowie weiterer lokaler Engagierter wurden ebenfalls innovative kommunale Projekte umgesetzt. Besonders erwähnenswert sind die Etablierung der Dachmarke „Hinterstoder pur“ für sämtliche touristische Winter- wie auch Sommerangebote sowie die Teilnahme am internationalen Netzwerk „Alpine Pearls“ mit einem klaren Bekenntnis zum Ökotourismus und sanfter, nachhaltiger Mobilität für Einheimische wie auch Gäste.

 

Zahlreiche Maßnahmen dokumentieren das Engagement zur Stärkung der lokalen Identität und des Selbstbewusstseins der Dorfgemeinschaft, zur Hebung der „inneren Wertschöpfung“, zeugen von gesellschaftlichem Engagement und sind von der Bildung von Netzwerken und lokalen wie auch überregionalen Kooperationen geprägt. Besonders stechen dabei die Initiativen „Stodertaler WIR-te“ und „Landinger Sommer“ als jährliche Sommerfrische-Woche zum kreativen Themen-Input von engagierten Menschen aus Stadt und Land sowie zahlreiche regelmäßige Veranstaltungen in den Bereichen Kunst und Kultur wie „Landschaft revisited“, „Augenblicke“, „Ars Vivendi“, „Stodertaler Advent“ und viele mehr ins Auge. Erwähnenswert ist auch das mit dem Museum of the Year 2000 Award ausgezeichnete Dokumentationszentrum Alpineum. Zusammenfassend zeigt Hinterstoder eindeutig und äußerst facettenreich, wie die Hebung der Lebensqualität in einem attraktiven, innovativen und zukunftsfähigen Dorf zum Schlüsselfaktor eines partizipativen Entwicklungsprozesses werden kann. Die Dynamik und der Erfolg basieren maßgebend auf dem regen Ideenaustausch über kreative Kooperationen mit den ruralen wie den urbanen Lebenswelten. Weitere Highlights aus einer Vielzahl an realisierten Projekten sind die Erstellung eines Naturraum-Entwicklungskonzeptes für das Stodertal, die konkrete Rückwidmung von Baugrundstücken in Grünland, die Renaturierung des Naturjuwels Schiederweiher, die effiziente Nutzung von endogenen Rohstoffen zur Wärmegewinnung, die Umnutzung der alten Post für zentrumsnahes Wohnen und die Umstellung der Ortsbeleuchtung, die einem qualitätvollen Konzept folgt und neben der Energieeffizienz und der Verkehrssicherheit auch gesundheitliche Aspekte des Phänomens Licht berücksichtigt.

 

Methodik, Nachhaltigkeit, vorbildliche Partizipationskultur und beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement sind sehr hoch zu bewerten, auch dem Motto „we!ter denken“ wird man in Hinterstoder auf vielfältige und strahlkräftige Weise gerecht. Das bewusste Einbringen von konsequenter Beratung durch externe Fachplaner/innen oder Behörden sowie eine abgestimmte Prozessplanung erscheinen als deutlicher Pluspunkt des integrierten Entwicklungsprozesses. Dies ist „we!ter denken“ über den eigenen Tellerrand in bester Form und höchster Qualität.

 

 

Innovationspreis in Memoriam Camille Gira

 

Die Dorfgemeinschaft Flegessen – Hasperde – Kleinsüntel, Niedersachsen, Deutschland, als Verwaltungseinheit der Gemeinde Bad Münder im Weserbergland besticht durch einen außergewöhnlichen Bottom Up-Prozess einer selbstbestimmten und selbstverantworteten Erneuerung, der Inspiration für viele ländlichen Regionen Europas sein kann. Auf Basis eines vernetzten globalen Wissens- und Erfahrungsaustausches mit Vertretern/innen der Transition-Town-Bewegung und der Nutzung konkreter Potenziale vor Ort werden in einer partizipativen, basisdemokratischen, vereins-, parteien- und generationenübergreifenden „Ideenwerkstatt Dorfzukunft“ Maßnahmen und Projekte generiert, konzipiert, finanziert, realisiert und betrieben.

 

Die konkreten Umsetzungen reichen vom Programmkino in der Kirche, einer zu ironischer Selbstreflexion anstiftenden Film-AG, der Dorfzeitung „Süntelblatt“, einer Immobilien-Leerstands-Vermittlungs-AG für „Neues Leben in alten Mauern“, einem Repair-Café, einem Mitfahrpunkt mit Mitfahrplan, einem in Planung befindlichen gemeinschaftlichen Wohnprojekt im ehemaligen Pfarrhaus und – ein echter Leuchtturm – einem als Unternehmer- und Verbrauchergemeinschaft geführten Dorfladen mit ausschließlich biologischen oder regionalen Lebensmitteln. Durch den ehrenamtlich mitgliederbasierten Betrieb können die hochwertigen Produkte bemerkenswert günstig angeboten werden. Ganzheitliche Wirtschaftsförderung als Regionalwert AG und eine regionale Währung im Weserbergland sind die längerfristigen Planungen in der Überzeugung, dass ein zukunftsorientiertes und nachhaltiges Leben im ländlichen Raum vor allem durch eine regionalisierte und gemeinwohlorientierte (Land-) Wirtschaft, Ernährung, Energieerzeugung und Mobilität verwirklicht werden kann.

 

Der Preis wird in Erinnerung und Wertschätzung an den kürzlich verstorbenen luxemburgischen Staatssekretär Camille Gira, Bürgermeister der Siegergemeinde 1996 Beckerich und langjähriges Mitglied der Jury um den Europäischen Dorferneuerungspreis, vergeben.

 

 

Europäischer Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität

(in alphabetischer Reihenfolge)

 

Verbandsgemeinde Bad Schandau, Sachsen, Deutschland, hat im Zuge einesbeispielhaften Prozesses unter einer überdurchschnittlich breiten Einbeziehung der Bürger/innen die Entwicklung des Leitbildes „Perspektive Bad Schandau“ vorangetrieben und daran anschließend konsequent umgesetzt. Besonders stechen dabei die grenzüberschreitende Koordination der Maßnahmen bei Hochwasserschutz und zeitgemäßen touristischen Erlebnisangeboten, die vorausschauende Umgestaltung der gesundheitlichen Dienstleistungen, das logistisch und räumlich sorgfältig ausgearbeitete öffentliche Bussystem sowie die elektronische Plattform „Gutes von Hier“ zur Direktvermarktung heraus. Zusammen mit der behutsamen baulichen Restaurierung von Altbauten mit komplexen architektonischen Maßnahmen ergibt sich eine mottogerechte Denkweise. Hervorzustreichen sind schließlich noch die partnerschaftliche Zusammenarbeit der drei Verbandsgemeinden Bad Schandau, Rathmansdorf und Reinhardtsdorf-Schöna mit ihren jeweiligen Zentralorten und Ortsteilen sowie das Engagement der Ehrenamtlichen für Flüchtlinge in einem sehr schwierigen Umfeld.

 

                                                               

Duchroth und Oberhausen an der Nahe, Rheinland-Pfalz, Deutschland, zeichnen sich durch eine begrüßenswerte intensive interkommunale Zusammenarbeit aus. Der Start des Dorferneuerungs­prozesses in Duchroth stand unter der Devise „Unser Neubaugebiet ist der Ortskern“ und damit einem starken Bekenntniss zur Innenentwicklung. Die Revitalisierung von über 50 Objekten im Ortskernbereich bestätigt eindrucksvoll die Nutzung des Leerstandes und damit die Inwertsetzung der vorhandenen Infrastruktur. Eine weitere große Stärke stellt die Gestaltung des öffentlichen Raumes, die sich insbesondere in der Reaktivierung des historischen Ringpfades zeigt, dar. In Oberhausen werden die Umnutzung des alten Bahnhofgebäudes in ein High-Tech-Zahnlabor, die Innovationskraft der Winzerbetriebe und die bauliche Umsetzung zeitgemäßer Architekturlösungen hervorgehoben. Die Erarbeitung einer Zukunftsvision Dorf 4.0 in Zusammenarbeit mit der Hochschule Offenbach verdient ebenfalls besondere Erwähnung.

 


Groß Schönebeck, Brandenburg, Deutschland, besticht durch die Bewältigung des radikalen Funktionswandels in der Forstwirtschaft und in der Jagd nach der Wende und durch das Annehmen und innovative Weiterentwickeln der neuen Gegebenheiten, die durch die Ausweisung des Biosphärenparks Schorfheide entstanden sind. Auffällig ist die intensive Auseinandersetzung mit der Geschichte, die unter anderem in der Ausstellung „Jagd und Macht“ ihren Ausdruck findet und als sinnvolle „Nachnutzung der Vergangenheit“ gewertet werden darf. Die Schaffung eines neuen Lebensgefühls durch eine herausragende und durchgängige Offenheit gegenüber Neuem und Andersartigem, die sich in mehreren erfolgreichen Projekten manifestiert, sowie die Entwicklung und konsequente Umsetzung hochwertiger partizipatorischer Prozesse werden dem Motto „we!ter denken“ besonders gerecht. Diese Leistung ist umso bedeutender, als dass Groß Schönebeck innerhalb der Großgemeinde Schorfheide in vielen Entwicklungsfragen und Projektgenehmigungen von der Meinungsbildung in der Großgemeinde abhängig ist.

 

 

Hopfgarten in Defereggen, Tirol, Österreich, wählte im Laufe des rund 20-jährigen Entwicklungsprozesses seinen ganz eigenen autonomen Weg, dem eine intensive Auseinandersetzung mit den vorhandenen Potenzialen und den daraus resultierenden mittel- und langfristigen Chancen für die rund 700 Seelen zählende Gemeinde zugrunde liegt. Viele facettenreiche und integrierte Projekte und Initiativen dokumentieren eine konsequente Neu-Orientierung, in deren Mittelpunkt die Schaffung von hoher Lebensqualität für alle Dorfbewohner/innen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen sowie die Wahrung von Authentizität und starker Identität bei gleichzeitig ansteckender Offenheit stehen. Alle Projekte und Initiativen orientieren sich an der Devise: Wir sind nicht nur verantwortlich für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun. Sie sind einerseits von breitem ehrenamtlichen Engagement und aktiver Teilnahme der Bürger/innen und andererseits von tragfähigen überregionalen Kooperationen geprägt.

 

 

Iszkaszentgyörgy, Komitat Fejér, Ungarn, zeichnet sich durch eine umfassende und ganzheitliche Entwicklung aus, die den Bedürfnissen der Einwohner/innen gerecht wird. Die Gemeinde bemüht sich dabei, alle vorhandenen Potenziale auszuschöpfen. Mit Problemen setzt man sich sehr bewusst auseinander, was sich auch bei der Lösungsfindung als zielführend erweist.  Mit enormer Eigeninitiative wurde Bemerkenswertes erreicht. Vorbildhaft sind der Umgang mit dem kulturellen Erbe, die effizienten und attraktivn Infrastrukturen für die Bewohner/innen, insbesondere für ältere Menschen einerseits und die Jugend andererseits, sowie das hochwertige Gesundheitswesen. Das alles spiegelt sich auch an der hohen Zahl an Arbeitsplätzen im Dorf. Erwähnenswert ist schließlich auch der große ehrenamtliche Einsatz der Bevölkerung.

 

Iszkaszentgyörgy fejlődése a falufejlesztés összes tématerületére kiterjedően átfogó jellegű, az ott élők igényeihez alkalmazkodik. Igyekszenek az összes rendelkezésükre álló erőforrást, lehetőséget kihasználni. Tudatosan és célratörően oldják meg a községben felmerülő problémákat. Jelentős eredményeket értek el saját önálló kezdeményezéseik végrehajtásával. Példaszerűen gondoskodnak a rájuk bízott kulturális örökségről, a lakosság, különösen a fiatalok és az időskorúak szociális, egészségügyi ellátásáról. Ez a gondoskodás a helyi munkahelyek számában is megnyilvánul. Mindezen teljesítmények a lakosság nagymértékű közreműködésével valósultak meg. Ezért Iszkaszentgyörgy község Európai Falumegújítási Díjban részesül átfogó, fenntartható és a mottónak megfelelő magas színvonalú falufejlesztési tevékenységéért.

 

 

Kašava, Region Zlín, Tschechische Republik, zeichnet sich durch eine nachhaltige Dorfentwicklung auf Basis guter Planungsgrundlagen und intensiver Kooperationen mit Nachbarregionen aus. Mit der Umsetzung der Konzepte unter Einbindung von Bevölkerung und Experten/innen wurden wichtige Schritte für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung gesetzt. So wurde etwa mit der Erhaltung der Biotope, Wiesen und alten Obstsorten ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt geleistet. Auch das Engagement der Gemeinde zur Förderung des sozialen Lebens ist hervorragend, Bauprojekte verstärken den sozialen und gemeinschaftlichen Aspekt. Erwachsenenbildung wird groß geschrieben, ein Zweckfonds unterstützt kulturelle und sportliche Aktivitäten. Dadurch ist es möglich, das Zusammengehörigkeitsgefühl zu festigen und Projekte gemeinschaftlich umzusetzen. Dem Motto des Preises „we!ter denken“ wird darüber hinaus mit weiteren Maßnahmen in den Bereichen Ökologie und alternativer Energie entsprochen. Insgesamt ist Kašava damit sehr gut für eine Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen gerüstet.

 

Kašava se vyznačuje udržitelným rozvojem obce na základě dobrého plánování a intenzivní spolupráce se sousedními regiony. Důležité kroky k dalšímu rozvoji orientovanému na budoucnost představuje realizace konceptů, do nichž jsou zapojení obyvatelé a experti. Tak se například výrazně přispělo k druhové pestrosti péčí o biotopy, louky a staré druhy ovoce. Také nasazení obce v oblasti podpory sociálního života je nadstandardní, stavební projekty posilují sociální a komunitní aspekt. Vzdělávání dospělých hraje důležitou roli, účelový fond podporuje kulturní a sportovní aktivity. Díky tomu je možné posílit cit pro pospolitost a realizovat společně projekty. Mottu soutěže kromě toho odpovídají další aktivity v oblasti ekologie a alternativních zdrojů energie. Celkově je Kašava díky tomu velmi dobře vybavena pro zvládání budoucích výzev. Kašava se vyznamenává Evropskou cenu obnovy vesnice za celistvý, udržitelný a mottu odpovídající rozvoj vesnice vysoké kvality. Kašava se vyznamenává Evropskou cenu obnovy vesnice za celistvý, udržitelný a mottu odpovídající rozvoj vesnice vysoké kvality.

 

 

Loikum, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, hat sich dem Leitspruch „Keiner kann alles, niemand kann nichts, gemeinsam schaffen wir viel“ verschrieben, der 2003 gestartete Entwicklungsprozess folgt nicht zuletzt deshalb dem Bottom up-Prinzip, das von Instrumenten wie der Zukunfswerkstatt unter Zuhilfenahme externer Berater/innen getragen wird. Ein Highlight des zukunftsorientierten Entwicklungsprozesses ist das Glasfasernetz, das bereits 2013 in Eigeninitiative und Eigenleistung installiert wurde, hochwertigste Homeoffice-Arbeitsplätze für global operierende Unternehmen sind dadurch entstanden. Großes Augenmerk wird auf die Siedlungsentwicklung, auf unterschiedliche Bedürfnisse abgestimmtes Wohnen, eine attraktive Nahversorgung, die in enger Kooperation mit den örtlichen Biobauern/Biobäuerinnen gewährleistet wird, gelegt. Bemerkenswert ist auch der Betrieb des Bürgerbusses, der von rund 50 Ehrenamtlichen betrieben wird. Positiv sind darüber hinaus der eingeschlagene Weg in Richtung Energieautarkie, die Ortsbildpflege und das rege Vereinsleben zu bewerten.

 

 

Markt Stamsried, Bayern,  Deutschland, besticht in seinem 35-jährigen Entwicklungsprozess durch außerordentliche Kontinuität bei gleichzeitiger Innovationskraft, dank derer aus dem strukturschwachen Dorf am Eisernen Vorhang eine moderne Marktgemeinde entstanden ist. Zu den interessantesten Projekten zählen die Revitalisierung des barocken Schlossparks mit dem Naturbad und dem „Pfad der Selbsterfahrung“ sowie die Renaturierung der Kirchbachaue, die sich mit Kneipptretbecken, Barfußpfad, Spielplatz und keltischem Baumkreis zu einem attraktiven Naherholungsgebiet entwickelt hat. Die gute und solide städtebauliche Planung mit viel externer Expertise ist wegweisend, in diesem Geiste sind auch der Umgang mit Baulücken und Leerständen und die fußgängerfreundlichen Maßnahmen im Ortszentrum vorbildlich. Kooperationen, etwa im Bereich des Tourismus sind ebenso erwähnenswert wie der Umgang mit neuen Bürgern/innen. Bestechend ist der Weg hin zur Energieautonomie, der sich in zahlreichen aufeinander abgestimmten Projekten manifestiert.

 

 

Oravská Polhora, Region Žilina, Slowakische Republik, beeindruckt mit herausragendem bürgerschaftlichem Engagement, einem mit Experten/innen erstellten, richtungweisenden Entwicklungskonzept und einer Schwerpunktsetzung auf Umweltbildung, die bereits in der Grundschule beginnt und auf breiter Basis gelebt wird. Eine eingerichtete Seniorenuniversität verstärkt den Bildungsansatz. Auf dem Weltkulturerbe des Dudelsackes aufbauend hat sich die Gemeinde zum weit überregionalen Zentrum dieser Kultur entwickelt. Sie ist bestrebt, den nachhaltigen Tourismus zu fördern, wozu die Nutzung einer vorhandenen Heilquelle für die Errichtung eines Heilzentrums und von Radwegen wichtige Beiträge sind. Begleitend dazu wird die Schaffung von Arbeitsplätzen im Gewerbebereich aktiv vorangetrieben und der Abwanderung entgegengewirkt. Als wichtige Herausforderungen sind die sozialen Dienste und die Schaffung von Wohnraum erkannt worden und befinden sich in der Lösungsphase. Die Mottogerechtigkeit ist durch ein facettenreiches „we!ter denken“ in vielen Bereichen gewährleistet.

 

Oravská Polhora získava Európsku cenu obnovy dediny za komplexný, trvalo udržateľný a motto sledujúci rozvoj vynikajúcej kvality.

Oravská Polhora imponuje vynikajúcou občianskou angažovanosťou, expertmi zostavenou smerodajnou koncepciou rozvoja a ťažiskovou orientáciou na environmentálne vzdelávanie, ktoré začína už na základnej škole a je aplikované v širokom meradle. Tu zriadená univerzita seniorov posilňuje prístupy vo vzdelávaní. Nadväzujúc na svetové dedičstvo gajdošov, sa obec stala centrom tejto kultúry. Snaží sa podporovať udržateľný cestovný ruch, pre ktorý sú významným potenciálom cyklotrasy a miestny liečivý prameň. S tým súvisí aj aktívne vytváranie pracovných miest v komerčnom sektore, čo pôsobí proti odchodu mladých. Dôležitou výzvou sú služby v sociálnej oblasti a výstavba bytov. Súlad s mottom sa prejavuje rozmanitým „myslením dopredu“ v mnohých oblastiach života obce. Oravská Polhora získava Európsku cenu obnovy dediny za komplexný, trvalo udržateľný a motto sledujúci rozvoj vynikajúcej kvality.

 

 

St. Andrä, Kärnten, Österreich, schaffte mit dem 2013 begonnen Prozess die Trendwende weg von der Depression zur zukunftsfähigen Entwicklung, die von reger Bürgerbeteiligung und intensivem Austausch zwischen Gemeindeverwaltung und Bürger/innen getragen wird. So konnte sowohl im privaten wie auch im unternehmerischen Bereich proaktiv ein positives Investitionsklima geschaffen werden, das insbesondere dem Stadtkern zu neuem Leben verholfen hat. Das dabei angewandte aktive Leerstandsmanagement zur Förderung von neuen Nutzungskonzepten ist genauso als beispielhaft zu nennen wie das innovative Public-Private-Partnership-Modell, das beim Bau und Betrieb des neuen Rathauses zur Anwendung kommt. Die architektonische und bauliche Qualität der sanierten, umfunktionierten oder neu errichteten Objekte ist hoch. Die Lebendigkeit des Stadtkerns manifestiert sich schließlich auch in regem kulturellen Leben und steigender touristischer Attraktivität, wobei insbesondere der Exkursionstourismus hinsichtlich Orskernbelebung zu nennen ist, der gleichzeitig auch eine positive Bestätigung des eingeschlagenen Weges darstellt.

 

 

Truden, Südtirol, Italien, lief aufgrund der abseitigen Lage und wenig touristischen Entwicklung Gefahr, in vielen zentralen Bereichen der Gemeindeentwicklung den Anschluss zu verpassen. Zahlreiche Leerstände vor allem in der historischen Bausubstanz im Ortskern sowie fehlende Einrichtungen für Kinder und Senioren/innen waren nur einige der vielen anzupackenden Aufgaben. In einer beispielhaften neuen Partizipationskultur gelang es der erst 2015 neu gewählten Gemeindeverwaltung, das Blatt zu wenden. Im Rahmen eines gemeindlichen Leerstandsmanagements konnten zahlreiche junge Familien überzeugt werden, statt neu zu bauen, vorhandene Bausubstanz zu nutzen, damit den Ortskern zu beleben und zum schonenden Umgang mit der Ressource Boden beizutragen. Wegweisend sind auch der Ausbau der Elektromobilität, die Inwertsetzung des gemeindeeigenen Waldes, zahlreiche Einrichtungen für Jugendliche und Senioren und die Verknüpfung von Landwirtschaft und Tourismus, die durch den bewussten Verzicht auf Hagelnetze sichtbaren Ausdruck findet.

 

 

Waidhofen an der Ybbs, Niederösterreich, Österreich, zeichnet sich durch einen langjährigen Entwicklungsprozess aus, der 1988 in den Katastralgemeinden begann und 1993 einen umfassenden Stadterneuerungsprozess induzierte, der in der ambitionierten Vision 2030 mündete – einem hochkarätigen Leitfaden für die gesamte Gemeinde im Bereich Wohnen, Arbeiten und Tourismus, der gemeinsam von Bürgern/innen, Experten/innen und politisch Verantwortlichen formuliert wurde. Die Umsetzung dieser Vision ist bereits weit fortgeschritten und in einer Vielzahl von Leuchtturmprojekten in den Bereichen Baukultur, Regionalwirtschaft, Kunst und Kultur, zeitgemäßer sozialer Infrastruktur wie auch Ökologie ersichtlich. Zahlreiche Maßnahmen wurden in interkommunaler Zusammenarbeit realisiert, so arbeitet die Gemeinde beispielsweise beim Breitbandausbau, der gemeindeübergreifenden Flächenwidmung und im Rahmen des ÖPNV unter anderem mit der Hauptregion Mostviertel, der Kleinregion und der Leaderregion Eisenstraße zusammen.Herausragend erscheint auch die Installierung eines „Stadtkümmerers“, der die Innenstadt-Unternehmer und die Verwaltung koordiniert und somit zur Innenstadtaufwertung beiträgt. Generell sind die Offenheit für Heterogenität und Vielfalt, zeitgemäße Beteiligungs­strukturen und breites bürgerschaftliches Engagement sowie das beispielhafte Miteinander von Stadt und Land auf Augenhöhe positiv zu erwähnen.

 

 

Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung

 

 

Germerode, Hessen, Deutschland, baut seinen Entwicklungsprozess auf den bestehenden Potenzialen wie historische Klosteranlage, Bildungsstätte „Altes Forsthaus“, Gastronomie und Wildpark, Gewerbe- und Handwerksbetriebe sowie viele aktive Vereine auf, wagt aber auch Neues. Dank einer Inspiration aus Österreich wird Germerode durch das Thema Mohnblüte geprägt. Der innovative Ansatz zur ihrer Vermarktung integriert die Landwirtschaft, die Herstellung von regionalen Spezialitäten sowie den Vertrieb vor Ort und funktioniert hervorragend als eine Attraktion für Touristen, die den Geo-Naturpark Frau Holle-Land besuchen. Die Förderung der standortverträglichen Erwerbsmöglichkeiten mit Blick auf regionale Wertschöpfungsketten gelingt dadurch beispielhaft. Die Gesellschaft zur Erhaltung der Klosteranlage, der viele Dorfbewohner/innen angehören, kümmert sich um das einzigartige Kulturerbe vor Ort. Dank der Evangelischen Communität Koinonia wird Germerode zum Zentrum der Spiritualität und Besinnung. Unter den Aktivitäten zahlreicher Vereine ist vor allem die Initiative des Vereins Dorfzentrum Germerode zu nennen, die auf eine seniorengerechte und familienfreundliche Entwicklung des Dorfes etwa mit barrierefreiem Wohnen für Jung und Alt abzielt. Mit der Eröffnung des Dorflandens mit einem Café ist es gelungen, die Grundversorgung im Dorf zu gewährleisten.

 

 

Heřmanov, Region Vysočina, Tschechische Republik, zeichnet sich nach dem politischen Umbruch durch die zuerst erbrachten Leistungen und Investitionen im Infrastrukturbereich – Wasser, Gas, Elektrizität, Telefon und Kanal – sowie die hervorragend gelungene Renovierung des Pfarrhofs aus. Hervorzuheben ist auch die Steigerung der Lebensqualität im Dorf durch ein sehr reges Vereinsleben und die Schaffung des Kulturzentrums Hermanek im ehemaligen Volksschulgebäude, in dem sehr vielen Akzente für Jung und Alt gesetzt werden. Der Ansatz, den „sanften Tourismus“ mit einem Wander- und Radwegenetz in einer so großartigen Naturlandschaft zu forcieren, wird als richtig und zukunftsweisend beurteilt und es gibt auch schon erste Erfolge. Dazu zählen ein realisierter Naturlehrpfad mit 16 Stationen und ein Biobetrieb mit 27 Hektar, der auch ein Ferienhaus vermietet. Das Motto „weiter denken“ wird durch viele geplante neue Projekte hier offensichtlich gelebt.

 

Počítají se k nim ponejprv aktivity a investice v oblasti infrastruktury – voda, plyn, elektřina, telefon a kanalizace, jakož i nadstandardně vydařená renovace fary. Vyzdvihnout je třeba také zvýšení kvality života díky čilému spolkovému životu a vytvoření kulturního centra Heřmánek v budově bývalé obecní školy s mnoha aktivitami pro mladé i starší. Přístup zaměřený na podporu „šetrného turismu“ se sítí turistických a cyklistických tras v tak nádherné přírodní krajině je také hodnocen jako správný a směrodatný pro budoucnost a vykazuje již první úspěchy. K nim se počítá realizovaná přírodní naučná stezka se 16 zastávkami a zemědělský podnik zaměřený na bioprodukci s 27 hektary, který nabízí také ubytování pro turisty. Motto „MYSLET DÁL“ je zde díky mnoha nově plánovaným projektů viditelně žito. Heřmanov se vyznamenává Evropskou cenou obnovy vesnice za zvláštní výsledky ve více oblastech rozvoje vesnice. Heřmanov se vyznamenává Evropskou cenou obnovy vesnice za zvláštní výsledky ve více oblastech rozvoje vesnice.

 

 

Holzheim, Ostbelgien, Belgien, begann seinen Entwicklungsprozesses mit der Gründung eines Dorfvereines im Jahr 2003, mit Hilfe dessen es gelungen ist, nahezu alle Dorfbewohner/innen zu mobilisieren und damit eine hohe und qualitätvolle Bürgerbeteiligung zu etablieren. Das daraus resultierende überdurchschnittliche bürgerschaftliche Engagement ist allgegenwärtig und verdient hohe Anerkennung. Die derzeit laufende Realisierung des Dorfhauses mit zwei „Sprungbrett-Wohnungen“, das Pilotprojekt zur Abwasserklärung, die hohe Sensibilität für ökologische Fragen, die sich unter anderem in der hohen Dichte biologisch wirtschaftender Landwirte/innen manifestiert, und die Installation alternativer Energieformen sowie das Bauland-Modell in der Ortsmitte stellen herausragende Projekte für das kleine Dorf mit seinen rund 100 Einwohnern/innen dar.

 

 

Langenstein, Sachsen-Anhalt, Deutschland, hat es für ein vom Umbruch nach 1990 betroffenes Dorf in einem seit Jahrzehnten laufenden Entwicklungsprozess mit großem Engagement von Bürgern/innen sehr gut geschafft, die vorhandenen Potenziale zu nutzen und fortzuentwickeln. Langenstein verfolgt das Ziel, sich in der Nordharzregion als ein Standort mit Lebens- und Wohnqualität für jüngere und ältere Menschen zu etablieren. Der Dorfkern wurde mit dem Ausbau der Kultur- und Festscheune auf dem denkmalgeschützten Schäferhof gestärkt, die einzigartigen Höhlenwohnungen wurden restauriert, erhalten und in Wert gesetzt, die Erinnerungskultur an die Opfer des ehemaligen Konzentrationslagers wird für die Gegenwart nutzbar gemacht, eine neue Schule wurde in Bürgerverantwortung gegründet, das Vereinsleben gestärkt und weitere Projekt angedacht und ausdiskutiert.

 

 

Nahetal-Waldau, Thüringen, Deutschland, hat den strukturellen Wandel, der durch die Wiedervereinigung Deutschlands notwendig wurde, aktiv gestaltet und kann auf einige hervorragende Ergebnisse des mit Bürgerbeteiligung durchgeführten Entwicklungsprozesses verweisen. Das Bekenntnis zur Ortsinnenentwicklung und die Revitalisierung historischer und ortstypischer Gebäude mit Fachwerk und Schieferfassade ist vorbildhaft gelungen. Besonders erwähnenswert ist die Aufrechterhaltung des Schulstandortes als Privatinitiative und damit verbunden die Stärkung der Identität und des Selbstbewusstseins der örtlichen Bevölkerung. Die Bemühungen um den sanften Tourismus im Zusammenhang mit dem Naturpark Thüringerwald tragen bereits Früchte.

 

 

Oosterlo, Flandern, Belgien, hat sich in besonderer Weise des Themenkreises Inklusion verschrieben und auf dem Niveau von Leuchtturmprojekten umfassende, aufeinander abgestimmte Maßnahmen umgesetzt. Die Arbeitsgruppe BuitenMaten hat eine qualitativ hochwertige Analyse des Dorflebens erarbeitet. Wichtige Projekte haben eine nachhaltige Belebung des Dorfes angestoßen: Die Natur wird als Erlebnis inszeniert, was in mehreren Projekten Berücksichtigung findet, die alte Schule wurde zu einem Dorfhaus umgebaut, das als Begegnungszentrum gemeinsam mit der Öffnung des Parks zu einer maßgeblichen Belebung des Ortszentrums geführt hat. Die Wiedereinführung des Jahrmarkts, die gemeinschaftliche Aussaat von Dinkel und einige weitere Projekte stärken das soziale Miteinander, lassen ein hohes Maß an nachhaltigem Bewusstsein erkennen und sind auf kluge Weise miteinander vernetzt.

 

Oosterlo, Vlaanderen, België, zet zich bijzonder in voor inclusie en heeft in vuurtorenprojecten alomvattende, gecoördineerde maatregelen geïmplementeerd. De werkgroep BuitenMaten voerde een kwalitatief hoogwaardige analyse van het dorpsleven uit. Belangrijke projecten brachten een duurzame opleving van het dorp op gang: De natuur wordt geënsceneerd als een ervaring in verschillende projecten en de oude school werd herbouwd tot een dorpshuis. Dat leidde als ontmoetingscentrum samen met de opening van het park tot een aanzienlijke heropleving van het dorpscentrum. De herintroductie van de jaarlijkse boerenmarkt, het gezamenlijk zaaien van spelt en enkele andere projecten versterken de sociale verbondenheid en zijn op intelligente wijze aan elkaar gelinkt. Oosterlo krijgt daarvoor een Europese prijs voor dorpsvernieuwing voor uitstekende prestaties op verschillende gebieden van de dorpsontwikkeling.

 

 

Ujazd, Opole, Polen, überzeugt mit einem 1997 begonnenen Erneuerungsprozess, der positive gesellschaftliche Entwicklungen ausgelöst hat. Es sind zahlreiche Dorferneuerungsgruppen entstanden, die sich im Zusammenwirken mit der Stadt Ujazd erfolgreich um die finanzielle Sicherung der dörflichen Projekte bemühen. Die Wirtschaftsentwicklung, gefördert vor allem durch die gute Anbindung an die Autobahn, aber auch die Sozial- und Wohnungspolitik, das breite kulturelle Angebot und die gepflegte Landschaft bewirken eine deutlich größere Attraktivität, die eine stark gesunkene Arbeitslosigkeit, leicht steigende Einwohnerzahlen und erste Rückkehrer zur Folge hat.

 

Gmina Ujazd przekonana do procesu odnowy wsi zainicjowanego w 1997 r., a który wywołał pozytywne zmiane społeczne. Powstały liczne grupy odnowy wsi, które współdziałając z miastem Ujazd z sukcesem starały się o środki finansowe na projekty wiejskie. Ich realizacja skutkowała prężnym rozwojem gospodarczym, któremu sprzyja przede wszystkim skomunikowanie z autostradą A4, ale również polityka społeczna i mieszkaniowa, a do tego bogata oferta kulturalna jak rownież ład krajobrazowy, wszystko to złożyło się w konskekwencji się na wyraźny wzrost atrakcyjnosci gminy, mocny spadek stopy bezrobocia, umiarkowany wzrost ilości mieszkańców i pierwsze powroty osób, które wyjechały za pracą.Gmina Ujazd zostaje wyróżniona Europejską Nagrodą Odnowy Wsi za szczególne osiągnięcia w wielu obszarach odnowy wsi.

 

 

Warta, Łódzkie, Polen, zeichnet sich in besonderer Weise dadurch aus, dass es als Großgemeinde mit 68 verstreuten Ortsteilen und einer denkbar schlechten infrastrukturellen Ausgangslage einen Entwicklungsprozess mit zwei großen Schwerpunkten und etlichen kleineren Projekten in Gang gesetzt hat. Die beiden Schwerpunkte beziehen sich auf den Hauptort Warta mit der Schaffung von Außen- und Innenräumen für kulturelle und kreative Veranstaltungen sowie von interessanten touristischen Angeboten rund um den Wassersport im Jeziorsko-Staubecken. Gleichzeitig wurde durch viele kleinere Projekte in verschiedenen Bereichen das Vereinsleben in den Ortsteilen gefördert. Aufbauend auf bemerkenswert hohen Eigenleistungen konnte eine große Zahl an identitätsstiftenden Aktionen realisiert und damit die Dorfgemeinschaften deutlich gestärkt werden.

 

Warta wyróżnia się szczególnie tym, że jest wielką powierzchniowo gminą miejsko-wiejską składającą się z 68 rozproszonych sołectw i miejscowości, która będąc w trudnej sytuacji wyjściowej, jeżeli chodzi o infrastrukturę, wdrożyła proces zmian opierający się na dwóch priorytetach jak również na bazie licznych pomniejszych projektach. Priorytety dotyczyły miasta Warty, siedziby gminy i stworzenia odpowiedniej przestrzeni publicznej i infrastruktury lokalowej przeznaczonej na działalność kulturalną i imprezy kreatywne, jak również przygotowano interesującą ofertę turystyczną dotyczącą sportów wodnych na terenie zbiornika Jeziorsko. Dodatkowo liczne mniejsze projekty doprowadziły do ożywienia działalności organizacji pozarządowych i stowarzyszeń na terenie poszczególnych sołectw. Bazując na godnym podziwu wysokim zaangażowaniu społeczności lokalnej i wkładzie własnym zrealizowano cały szereg działań budujących tożsamość lokalną i wyraźnie zacieśniając wspierając wspólnotę wiejską. Gmina Warta zostaje wyróżniona Europejską Nagrodą Odnowy Wsi za szczególne osiągnięcia w wielu obszarach odnowy wsi.

 

 

Witteveen, Niederlande, liegt als eines von 35 Dörfern der Gemeinde Midden-Drenthe in einem der am dünnsten besiedelten Teile der Niederlande. Die drohende Schließung der Grundschule sorgte 2011 für ein Erwachen, die Problematik des demografischen Wandels ehrlich zu erfassen und eigenbestimmt Lösungen für die Zukunft zu finden: Fusionierung von Grundschule und Jugendsport mit dem Nachbarort bei gleichzeitiger engerer Vernetzung der Radwegeverbindungen, Installierung der Arbeitsgruppe Nieuw Grijs (Neues Grau), das Projekt Naoberkracht, das Wünsche und Möglichkeiten der Dorfbewohner/innen in einer digitalen Kartei erfasst, private Hilfsanfragen und -angebote miteinander vernetzt und neue Projekte initiiert, sowie das ehrenamtliche Engagement für ein Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz. Aus der leer gefallenen Grundschule ist ein voll funktionierendes Mehrgenerationenzentrum geworden. Zusammenhalt und Engagement werden heute in Witteveen in außergewöhnlichem Maße und mit modernem Geist gelebt.

 

Witteveen is onderdeel van de 35 dorpen tellende gemeente Midden-Drenthe en geldt als één van de dunst bevolkte delen van Nederland. De dreigende sluiting van de basisschool in 2011 was het startmoment om de problematiek van de demografische veranderingen op een eigen, oorspronkelijke wijze aan te pakken. Witteveen nam het initiatief tot de fusie van de basisschool met het nabije buurdorp. Evenzo werd de voetbalverenigingen samengevoegd, werd gericht gestuurd op betere fietspaden-verbindingen tussen de dorpen, werd de werkgroep Nieuw Grijs in het leven geroepen, het project Naoberkracht gestart dat wensen en mogelijkheden van de dorpsbewoners zeer uiteenlopend inventariseert waardoor vraag- en aanbod met elkaar verbonden kunnen worden. De jury ontmoette in Witteveen enthousiaste dorpsbewoners die zelfbewust uiteenlopende vraagstukken succesvol aanpakken; in het bijzonder is daarbij te benoemen het initiatief om in de gemeente Midden-Drenthe een hoogwaardig en snel glasvezel-netwerk te realiseren. Uit de niet meer in gebruik zijnde basisschool in Witteveen is een centrum ontstaan voor alle generaties. Sociale samenhang, eigentijdse benadering en actief burgerschap zitten in de vezels van de Witteveen samenleving. De jury van de Europese Dorpsvernieuwingsprijs bekroont Witteveen met een prijs voor bijzondere prestaties op meerdere terreinen van de dorpsontwikkeling.

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