05.07.2016

Europäischer Dorferneuerungspreis 2016 – Beurteilungen

Europäischer Dorferneuerungspreis 2016: Fließ, Tirol, Österreich

Die knapp 3.000 EinwohnerInnen zählende Gemeinde Fließ liegt geographisch weit verzweigt in zwei Talschaften, dem Inntal und dem Pitztal, zwischen 840 m und 2.786 m Seehöhe. Die fünf Hauptorte werden ergänzt durch eine große Zahl an idyllischen Weilern, die Bezirkshauptstadt Landeck ist 7 km, die Landeshauptstadt Innsbruck 80 km entfernt.

 

Wie viele ländliche Gemeinwesen war Fliess zu Beginn der 1980er-Jahre von Abwanderung, Leerstand in den Ortszentren, Schließung von Nahversorgern, Rückgang der Arbeitsplätze und einem massiven Funktionsverlust gekennzeichnet. Doch nicht Resignation, sondern eine um­fassende, ganzheitliche Entwicklungsarbeit, die in gleicher Weise auf kommunale Eigenständig wie auch auf regionale Netzwerke setzt, war die Antwort. Einer der Eckpunkte der Trendwende war eine vorausschauende, ressourcen­bewusste Siedlungspolitik, die neues verdichtetes Bauen ermöglichte, in Kombination mit dem Ankauf von Grundstücken und leer gefallenen Gebäuden im Ortskern. Mittels Architekturwettbewerben, an denen auch die Bürgerinnen beteiligt werden, gelang es, bemerkenswerte baukulturelle Akzente zu setzen und vielfältige Einrichtungen zu schaffen, die zu einer deutlichen Revitalisierung und  Erhöhung der Lebensqualität der Bewoh­nerInnen führten.  Aber nicht nur das zeitgemäße Bauen – Beispiele dafür sind das multi­funktionale Gebäude gegenüber der Kirche mit Café, Museum, Mehrzwecksaal und Büros, das Naturparkhaus und das Gemeindezentrum – genießt einen hohen Stellenwert. Auch das Bewusstsein für das Architekturerbe wurde geschärft, wie in herausragender Weise die fach­gerechte Sanierung eines rätoromanischen Mittelflurhauses sowie eines ortsbildprägenden Gasthauses aus dem 15. Jahrhundert, das für Wohnen, Büros und kulturelle Zwecke zeitgenössisch umgebaut wurde, beweist.

 

Auf engem Raum beherbergt das attraktive Dorfzentrum nun viele Funktionen im Sinne der Nahversorgung mit Gütern und Dienstleistungen aller Art. Auch ein Jugendclub, preisgünstige Starterwohnungen und betreubare Wohnungen haben hier Platz gefunden und sind ein Zeichen dafür, dass die Bedürfnisse aller Generationen wahrgenommen werden. In diesem Zusammen­hang sei auch auf das große Engagement der Gemeinde zur Erhaltung der kleinen Volksschulen sowie die Modernisierung der Neuen Mittelschule verwiesen, die auch Kindergarten, Krippe und Hort Raum gibt und damit eine ganzjährige, qualitativ hochwertige Betreuung von Kindern zwischen einem und 15 Jahren gewährleistet. Auch das inhaltliche Konzept der NMS  mit einer Freiraumklasse, die lebensnahes ökonomisches, handwerkliches und künstlerisches Lernen aufbauend auf den regionalen Ressourcen und Besonderheiten verfolgt, beeindruckt. Wesentlichen Anteil daran  hat die enge Kooperation der Schule mit dem Museumsverein und dem Naturpark Kaunergrat.

 

Apropos Naturpark Kaunergrat: Die vor neun Jahren gegründete, über  Gemeindegrenzen hinausgehende Plattform für Pflege und schonende Inwertsetzung von Natur- und Kultur­landschaft, nachhaltiges Wirtschaften und regionale Wertschöpfung hat heute den Rang eines erfolgreichen Impulsgebers und einer effizienten Serviceschnittstelle für Naturschutz, Landwirt­schaft, Tourismus und Bildung. Große überregionale Beachtung finden die Maßnahmen für ein barrierefreies Piller Moor und das Natur- und Kultur­panorama „Gacher Blick“. Auch eine wichtige soziale Funktion vermag der Naturpark zu erfüllen: AsylwerberInnen, die in der Gemeinde unter­gebracht sind, finden hier nicht nur eine Beschäftigung, sondern erhalten dabei im Rahmen eines LEADER-Projektes in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Fließ eine Ausbildung als Schutz­gebiets­helfer. Eine wertvolle Maßnahme im Sinne der Integration, die explizit als Win-win-Situation bezeichnet wird, was  verdeutlicht, dass „offen sein“ in Fließ auch  gegenüber den Fremden auf der Flucht gilt.

 

Weitere Kernelemente der nachhaltigen Entwicklung des Preisträgerortes sind die Modernisierung der gemeindeeigenen Almgebäude und Sennereien für die in einer Agrargemeinschaft organi­sierten LandwirtInnen, die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze durch Firmenneugründungen von JungunternehmerInnen mit Gemeindestarthilfe, das Engagement im Bereich erneuerbarer Energien als E5-Gemeinde und die kommunale Breitbandversorgung. Nicht zuletzt sei auch die beeindruckende „Museumslandschaft“ genannt: Die zahlreichen außergewöhnlichen Funde aus der Räten- und Römerzeit werden in angemessener und sehr ansprechenden Form in einem Archäologischen Museum, dem Dokumentationszentrum Via Claudia Augusta sowie in der Freilichtausgrabung und -ausstellung in der Tiefgarage des neuen Gemeindezentrums präsentiert. Und auch zeitgenössische Kunst und Kultur sind allgegenwärtig, zum Beispiel mit Ausstellungen wie „Häuser“ über Hausbaukultur in Tirol oder „Aus der Norm“ über Menschen, die anders sind, die im privat geführten Kulturgasthof „Weißes Kreuz“, der gemeinnützigen Initiativen Raum bietet, untergebracht sind.

 

Fließ ist es Dank einer Vielzahl von miteinander koordinierten, von der Gemeinde angeregten und gleichzeitig mit ausgesprochen hoher Bürgerbeteiligung umgesetzten Maßnahmen gelungen, eine Wiederbelebung des Ortes zu erreichen – ein Prozess, der von regionalen und überregionalen Kooperationen bereichert wird, ein hohes Maß an Offenheit für neue Ideen aufweist und durch Sensibilisierung für die eigene Geschichte und Identität das Neue, Andere und Fremde nicht als Bedrohung abweist, sondern als Bereicherung zu integrieren vermag. Fließ ist damit beispielgebend, wird dem Motto „offen sein“ voll und ganz gerecht und wird daher mit dem Europäischen Dorferneuerungspreis 2016 ausgezeichnet.

 

 


Europäischer Dorferneuerungspreis für eine ganzheitliche, nachhaltige und mottogerechte Dorfentwicklung von herausragender Qualität

 

Dobków, Niederschlesien, Polen, beeindruckt mit bestens vernetzten Entwicklungszielen und -maßnahmen, die sich auf den Ausbau des sanften Tourismus, Landschaftspflege, Erhaltung alter Handwerke und traditioneller Fertigkeiten, Stärkung der Identitäts- und Bewusstseinsbildung sowie das Setzen kreativer kultureller Initiativen konzentrieren. Dadurch gelingt es, die wirtschaftliche Entwicklung des Dorfes voranzutreiben, die Beschäftigung zu fördern und Synergien zu erzeugen, die zusätzliche positive Effekte auslösen. Als besonders inspirierend werden die Einrichtung eines Freilichtmuseums der Handwerke und der Architektur sowie die Sanierung eines alten Bauerhofes und seine Umnutzung zum gut besuchten Ökozentrum „Sudetischer Bildungshof“, der als Multiplikationsfaktor in der Entwicklung fungiert, angesehen. Die Schwerpunkte scheinen gut gewählt, besonders für einen Ort mit einer belasteten und unterbrochenen Geschichte. Die Menschen in Dobków stellen sich problembewusst ihren Herausforderungen, sind sich ihrer Potenziale bewusst und nutzen diese in vorbildlicher Weise zur nachhaltigen Entwicklung ihres Ortes.

 

Dobków, Dolny Śląsk, Polska, zachwyca wzorcową siecią celów i działań rozwojowych, które koncentrują się na ożywieniu łagodnej turystki, ochronie walorów krajobrazowych, zachowaniu starych rzemiosł i tradycyjnych umiejętności, wzmocnieniu kształtowania tożsamości i świadomości, jak również realizacji kreatywnych inicjatyw kulturalnych. Poprzez to skutecznie udaje się przyspieszyć rozwój gospodarczy miejscowości, wesprzeć zatrudnienie i uzyskać synergię, która jest źródłem dodatkowych pozytywnych efektów.

Za szczególnie inspirujące uważa się utworzenie ekomuzeum rzemiosła i architektury, jak również renowacja starego gospodarstwa i jego przekształcenie w cieszące się dużym zainteresowaniem
i często odwiedzane ekocentrum „Sudecka Zagroda Edukacyjna”, które stanowi multiplikator
w  procesie rozwoju. Główne kierunki wydają się być dobrze obrane, szczególnie dla miejscowości charakteryzującej się trudną, pozbawioną ciągłości historią. Mieszkańcy Dobkowa świadomi istniejących problemów, podejmują wyzwania, świadomi swego potencjału, wykorzystują go w sposób wzorcowy dla zrównoważonego rozwoju swojej  miejscowości.

 

 

Hoetmar, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, ist es gelungen, als Ortsteil einer zusammen­gelegten Kommune die verlorene Eigenständigkeit durch die Bildung einer starken und breit aufgestellten Dorfgemeinschaft auszugleichen und über ein beispielhaftes zivilgesellschaftliches Engagement aus eigener Kraft das Zusammenleben und die Lebensqualität des Ortes durch Bündelung aller Kräfte und Ressourcen selbst zu gestalten. Gesteuert und koordiniert werden die Projekte in einer gut vernetzten Dorfwerkstatt. Besonders bestechen die offene Schule und das darum gestaltete Umfeld als Drehscheibe für die Begegnung von allen gesellschaftlichen Gruppen. Die Vielzahl an Maßnahmen und das enorme ehrenamtliche Engagement führen zu einem hohen Maß an Solidarität, das in der Schaffung von vielen kleinen und größeren Hilfestellungen für MitbürgerInnen mündet. So etwa sind neben zahlreichen anderen Initiativen insbesondere der Bürgerbus zur Befriedigung von Mobilitätsbedürfnissen oder der Umgang mit AsylwerberInnen und deren Integration als beispielhaft und nachahmenswert zu nennen.

 

 

Hoonhorst, Niederlande nimmt seit mehreren Jahren beispielgebend seinen Entwicklungsprozess selbst  in die Hand und setzt  konsequent in allen Belangen auf ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Dabei werden in einem beeindruckenden  Bottom-up-Prozess und mit geschickter Netzwerkarbeit innovative Strategien und Finanzierungsmodelle entwickelt, die wegweisend sind.  Die Projektumsetzung, beispielhaft seien hier die energetische Sanierung  des  Kulturhauses, der Bau  einer Nahwärmeversogung auf Basis von Holzhackschnitzeln und die Errichtung von PV-Anlagen auf öffentlichen und privaten Gebäuden genannt, erfolgt unter breiter Beteiligung der Bevölkerung Hoonhorsts. Das ermöglicht nicht nur bedeutende Kostenein­sparungen  im gemeindlichen Haushalt, sondern sorgt durch Einspeisevergütungen auch für ständige Einnahmen. Die Anschaffung eines gemeinschaftlichen Elektroautos, der Einsatz ehrenamtlicher FahrerInnen,  die Installierung einer koordinierten Verleihstelle für unterschied­lichste Alltagsgüter (share economy) sowie „Starterhouses“ für  die junge Generation runden die Projekte ab und zeigen, dass  Hoonhorst nicht nur offen ist für die notwendigen gesellschaftlichen Transformationsprozesse, sondern sie auch beispielgebend löst. 

 

Het dorp Hoonhorst (Nederlandse) heeft jaren geleden een indrukwekkend dorpsontwikkelingsproces opgestart, waarin consequent  economische, ecologische en sociale aspecten zijn vervlochten. Op een, vanuit internationaal perspectief bezien, imponerende wijze worden bottom-up innovatieve strategieën en financieringsmodellen ontwikkelt die anderen tot voorbeeld strekken. De sanering van het Kulturhus, de realisering van een houtsnippergestookte dorps-centrale-verwarminginstallatie en de plaatsing van zonnepanelen op zowel private daken als ook op gemeenschapsvoorzieningen werden en worden breed gedragen in de dorpsgemeenschap. Daarmee bespaart men niet alleen op de daarmee samenhangende investeringen en exploitatielasten, door de betaling van marktconforme prijzen voor de duurzaam opgewekte energie heeft men ook een eigen “bank” gecreëerd van waaruit nieuwe investeringen ter hand kunnen worden genomen. De aanschaf van een elektrische dorpsdeelauto, de inzet van vrijwillige chauffeurs, de  materieel-o-theek (share-economy), het tezamen met de woningcorporatie realiseren van woningen voor starters zijn andere succesvolle projecten die tonen dat Hoonhorst niet alleen openstaat voor maatschappelijke vraagstukken maar deze ook, tot voorbeeld voor anderen, oppakt.

 

 

Kirchberg an der Pielach, Niederösterreich, Österreich, hat es auf außergewöhnliche Weise geschafft, einen Entwicklungsprozess umzusetzen, der von Beginn an dem so genannten Kirchturm-Denken eine Absage erteilt hat und den eigenen Weg als Teil eines größeren Ganzen zu begreifen. Der Ort erfüllt eine Zentralfunktion im Pielachtal und ist Sitz und Motor eines Verbundes von acht Gemeinden, der Pielacher Regionalplanungsgemeinschaft. Diese acht Gemeinden stehen für Marke „Dirndltal“, die als Marke weit über die regionalen Grenzen hinaus eine hohe Coperate Identity aufweist. Die Entwicklungsstrategie Kirchbergs setzte und setzt vorwiegend auf die Themen Soziales, Umwelt und Energie sowie auf Tourismus und Wirtschaft. Kirchberg zeichnet sich durch ein reges Vereinsleben und vielfältige sozialen Infrastrukturen im Ort aus, in der Bildung genauso wie in den Bereichen Gesundheit und Kultur. Highlights sind außerdem der Einsatz für den Erhalt der Mariazellerbahn, die als Lebensader des gesamten Pielachtales bezeichnet werden kann, und der unkonventionelle Weg der Berufsausbildung für schwer vermittelbare Jugendliche. Die Raumordungsplanung auf regionaler Basis, der vorbildhafte Umgang mit Flüchtlingen und die Einbindung der BewohnerInnen in den Entwicklungsprozess und die damit verbundenen Projekte runden den herausragenden Charakter der Dorferneuerung ab.

 

 

Klingenmünster, Rheinland-Pfalz, Deutschland hat es geschafft, in einem seit Jahrzehnten laufenden Entwicklungsprozess unter enger Einbindung der BürgerInnen die vorhandenen Potenziale zu erkennen, zu nutzen und weiterzuentwickeln bzw. auszubauen. Besonderer Wert wird dabei einerseits auf das Humanpotenzial und damit verbunden eine starke Dorfgemeinschaft und andererseits auf die Bewahrung der Kulturlandschaft sowie der schützenswerten Bausubstanz gelegt. Auch die eigene Geschichte wird als Reichtum erkannt und genützt, insbesondere die Landwirtschaft und vor allem der Weinbau sowie historische Stätten wie die Burg Landeck prägen das Bild und die Entwicklung. Zahlreiche Einrichtungen, insbesondere im sozialen Bereich, ermöglichen ein gutes Zusammenleben aller Generationen. Herausragend ist die Bürgerstiftung Pfalz, die eine Plattform für vielfältige innovative Projekte weit über Klingenmünster hinaus bietet. Das Zusammenleben der DorfbewohnerInnen mit den Beschäftigten und den PatientInnen der Pfalzklinik, die auch die mit Abstand größte Arbeitgeberin ist, funktioniert sehr gut und ist von enger Kooperation und beiderseitiger Offenheit füreinander geprägt.

 

 

Markt Stadtlauringen, Bayern, Deutschland, konnte auf bemerkenswerte Weise dank eines kommunalen sowie interkommunalen Entwicklungsprozesses der demografischen und ökonomischen Schrumpfung entgegenwirken. Bemerkenswert sind dabei das hohe, von der Gemeinde aktiv geförderte und geforderte bürgerschaftliche Engagement bei sämtlichen Projekten und Maßnahmen, die allesamt Leuchtturmcharakter aufweisen. Sie reichen von der touristischen Inwertsetzung historischer Gebäude und kulturlandschaftlicher Juwele über die umfassende Beschäftigung mit Ökologie und Energie und eine gezielte Förderung der baulichen wie auch soziokulturellen Innenentwicklung bis hin zur Schaffung Sozial-, Kultur- und Bildungs­einrichtungen sowie zur Förderung des Vereinslebens. Beispielhaft sind dabei die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden sowie die Entwicklung und Nützung herausragender Kommunikationswege zwischen Gemeindeverantwortlichen, ExpertInnen und BürgerInnen – eine Offenheit füreinander, die zu besonders innovativen und nachhaltigen Entwicklungsprozessen geführt hat und führt.

 

 

Naturpark Our, Luxemburg, steht als interkommunaler Zusammenschluss von acht Gemeinden als Garant für eine nachhaltige Entwicklung in vielfältigen Bereichen. So ist es den Naturpark-Gemeinden gelungen, die Region aus dem Dornröschenschlaf einer ehemaligen Randlage mit schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen zu wecken und durch abgestimmte Konzepte und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu einem attraktiven Wohn- und Arbeitsstandort zu entwickeln. Die äußerst erfolgreichen Bemühungen im Bereich Klimaschutz  – die Naturpark-Region nimmt in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz eine Vorreiterrolle auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene ein –, beim Aufbau zukunftsweisender technischer, sozialer, kultureller und Freizeitinfrastruktureinrichtungen, im Umgang mit der hohen ökologischen und naturräumlichen Bedeutung des Gebiets sowie in der Bewältigung demografischer Herausforde­rungen sind beispielhaft. Sie sind das Ergebnis einer über viele Jahre gewachsenen „offenen Zusammenarbeit“ sowohl auf Ebene der BürgerInnen als auch auf jener der Unternehmen und der politischen Gremien. Diese Offenheit manifestiert sich ebenso in der selbstverständlichen Integration der ausländischen MitbürgerInnen, die in den Naturpark-Gemeinden fast 30 Prozent ausmachen, sowie in der Bereitstellungen von umgenutzter Bausubstanz für AsylbewerberInnen.

 

 

 

Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in mehreren Bereichen der Dorfentwicklung

 

Behrungen, Thüringen, Deutschland, zeichnet sich durch eine starke und selbstbewussteDorfgemeinschaft aus, die unmittelbar nach der deutschen Wende die Bereitschaft aufbrachte, die neuen Möglichkeiten zu nutzen, indem man sich in verschiedener Hinsicht öffnete – geografisch, baulich-infrastrukturell und sozio-kulturell. So wurde die Offenheit von der Vision zum Programm geworden. Insbesondere der Wiederaufbau zu Kontakten und das Eingehen von Kooperationen mit den unterfränkischen Nachbardörfern ist dabei nennenswert. Behrungen ist Mitglied der Grabfeld-Allianz, einer Gemeinschaft von fränkischen und thüringischen Gemeinden des so genanannten Grabfeldes zur Stärkung der regionalen Identität, Schaffung einer gemeinsamen Marke und Vermarktung der Region nach außen hin. Die Dorferneuerung ist gut strukturiert aufgebaut. Die Siedlungsentwicklung ist genauso vorbildlich wie die Revitalisierung von schützenswerter alter Gebäudesubstanz. Unter dem Motto “Grabfeld, grenzenlos mittendrin” versucht die Gemeinde, sich als Destination zwischen den Tourismus-Hochburgen Thüringer Wald und Rhön zu etablieren und ein eigenes Profil zu entwickeln. Speziell zu erwähnen ist dabei die sensible Nutzung der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Grenzanlage als Zeitzeugin und Mahnmal zugleich.

 

 

Blauen, Kanton Baselland, Schweiz, besticht mit einer „Vorwärtsstrategie“, mit der die Gemeinde den Herausforderungen der zunehmenden Überalterung der Bevölkerung aktiv begegnet, indem sie sich gezielt Familien aus der prosperierenden Pharma- und Biotechnologieindustrie der Region als attraktiver, den Anforderungen einer modernen und pluralistischen Gesellschaft gerecht werdender Wohnsitz präsentiert. Nach intensiver Auseinandersetzung mit der Thematik in professionell begleiteten SWOT-Analysen, Umfragen und Workshops wurden seit 2012 durch Projektgruppen Konzepte und teilweise auch bereits Lösungen zur Steigerung der Attraktivität des Dorfes entwickelt, von denen ein Gutteil auch gleich in Form von Projekten in Angriff genommen wurde. Dies führte zu einer hohen Identifikation und einer neuen Dynamik im Ort.

Sichtbares Zeichen der Veränderung ist das kurz vor Vollendung stehende „Begegnungszentrum“ mit modernem Dorfladen, Bistro, «Dorfstübli» und Kindertagestätte als wichtigste Investition in die soziale Infrastruktur. Beispielgebend für die Innenentwicklung und die Gestaltung der Dorfmitte sind die betreuten bzw. betreubaren Wohnungen im ehemaligen Schulhaus. Zur Ergänzung des Nahverkehrs wurde zusammen mit der Postbus AG ein kommunales Mitfahr­netzwerk eingerichtet, das weit über die Gemeindegrenzen hinaus hohe Aufmerksamkeit erfahren hat und erfährt – genauso wie die Auszeichnung „Kinderfreundliche Gemeinde“, die Blauen als erster Kleingemeinde der Schweiz 2014 durch die UNICEF verliehen worden ist.

 

 

Großseelheim, Hessen, Deutschland, zeichnet sich durch eine aktive, selbstverwaltete Dorfgemeinschaft und durch vorbildhafte Bürgerbeteiligungsprozesse aus, die sich nicht ausschließlich auf die „angestammte“ Bevölkerung beschränken, sondern in die gezielt auch NeubürgerInnen und Zugezogene eingebunden werden und die sich damit als zentraler Integrationsfaktor erweisen. Großseelheim kann auf eine Reihe umgesetzter Maßnahmen in mehreren Bereichen verweisen. Besonders hervorzuheben sind dabei beispielhafte Projekte wie das ausgesprochen dynamische Netzwerk „Werkhof 07“, die Eigeninitiative „KID – Kinder im Dorf“, die als proaktive Auseinandersetzung mit dem demografischen Wandel gesehen werden darf, das „Luthergärtchen“ sowie der attraktive Geschichts- und Kulturpfad. Dem Motto „offen sein“ wird insbesondere in soziokultureller Hinsicht gut entsprochen.

 

 

Gruyères, Kanton Freiburg, Schweiz, präsentiert sich als ein Ort, der sich seiner besonderen Reichtümer – kurze Entfernung zu Ballungsräumen, landschaftliche Attraktivität, reiches baukulturelles Erbe, weltweit bekannter Markenkäse – bewusst ist und diese als aktive Gemeinschaft in kluger Kooperation mit zahlreichen Partnern nutzt. Im Wissen um die eigene Rolle in der Großregion wird auf eine beständige Weiterentwicklung der vorhandenen Ressourcen gesetzt, wobei die vorhandenen Stärken Landwirtschaft und Tourismus im Zentrum stehen. Große Aufmerksamkeit genießt die Erhaltung der Kulturlandschaft und der Naturlandschaft, die als „Basisgüter“ und insbesondere in Verbindung mit den holzschindelgedeckten Höfe als große Trümpfe angesehen werden.  Auch die Nutzung des Rohstoffes Holz, etwa in der Energiebereitstellung und in der Bauwirtschaft, das soziale Leben mit einer Reihe aktiver Vereine, vielfältige Dienstleistungen und bemerkenswerte kulturelle Angebote, wie etwa ein jährlicher Literaturwettbewerb, für TouristInnen und Einheimische zeichnen Gruyères als Ort höchster Lebensqualität aus.

 

Gruyères, Canton de Fribourg, Suisse, se présente comme localité consciente de ses richesses particulières, telles: courte distance aux agglomérations urbaines, attractivité paysagère, riche patrimoine architectural et fromage de renommée mondiale. Gruyères, en tant que communauté active, se sert de ces atouts dans une coopération intelligente avec de nombreux partenaires.

Avec le savoir de son propre rôle dans la grande région on se fonde sur une évolution permanente des ressources locales, à savoir ses points forts en agriculture et en tourisme.

Une attention particulière revient au maintien des paysages culturel et naturel que l’on considère comme de grands atouts et ceci particulièrement en relation avec les fermes couvertes en bardeaux de bois. L’utilisation du matériau bois le domaine de l’énergie et de la construction, la vie sociale avec ses associations actives, les services multifonctionels et les offres culturels remarquables, comme le concours annuel de littérature, pour touristes et indigènes marquent Gruyères comme localité de haut niveau de vie.

 

 

Kadłub, Oppeln, Polen, hebt sich insbesondere durch einen vorbildhaften sozialen Charakter hervor, der Zusammenhalt zwischen den BewohnerInnen ist ebenso beispielhaft wie die zahlreichen Generationen übergreifenden Angebote. Dabei werden Tradition und Kultur besonders hochgehalten: Kinder und Jugendliche lernen das traditionelle Kunsthandwerk von den Älteren im Dorf, die es mit Freude und viel Engagement weitergeben. Das Vereinsleben gestaltet sich insgesamt sehr aktiv, wobei der 2003 gegründete Verein, der sich um die aktive Dorfgestaltung und -belebung bemüht, besonders hervorzuheben ist. Dank des umsichtigen und intensiven Agierens der Gemeindeverwaltung um neue Arbeitsplätze, weist Kadłub weist heute Vollbeschäftigung auf. Ein von den AkteurInnen entwickelter Strategieplan soll bis 2022 vollständig umgesetzt werden. Da es bisher durch den enormen Einsatz der Bevölkerung gelungen ist, die gesteckten Ziele Schritt für Schritt erfolgreich umzusetzen, darf davon ausgegangen werden, dass der Entwicklungsprozess auch in den kommenden Jahren ambitioniert und dynamisch fortgeführt werden kann.

 

Kadłub, województwo opolskie, Polska– wyróżnia się w szczególności poprzez swój wzorcowy charakter społeczny. Więź pomiędzy mieszkańcami jest tak samo wzorcowa, jak niezliczone ponadpokoleniowe oferty.

Przy tym szczególnym szacunkiem darzona jest tradycja i kultura: dzieci i młodzież uczą się tradycyjnego rzemiosła artystycznego od starszych mieszkańców wsi, a ci przekazują je z radością i zaangażowaniem. Działalność wszystkich stowarzyszeń jest bardzo aktywna, jednak na szczególne wyróżnienie zasługuje stowarzyszenie utworzone w 2003 roku, które troszczy się o aktywne kształtowanie i odnowę miejscowości.

Dzięki rozważnym i intensywnym staraniom samorządu gminnego o utworzenie nowych miejsc pracy, dziś Kadłub wykazuje bardzo wysoki poziom zatrudnienia.

Zakłada się, iż opracowany przez osoby zaangażowane plan strategiczny zostanie całkowicie zrealizowany do roku 2022.  Ponieważ, dzięki gigantycznej pracy społeczności udało się osiągnąć krok po kroku, dotychczas założone cele, można a nawet powinno się wyjść z założenia, że proces rozwojowy również w nadchodzących latach będzie prowadzony równie ambitnie i dynamicznie.

 

 

Kettenis, Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens, Belgien zeichnet sich vor allem durch eine aus eigener Kraft erfolgreich aufgebaute und überdurchschnittlich stark ausgeprägte Identität als Ortsteil einer größeren Stadt bei gleichzeitiger Offenheit für das Zusammenwirken in und mit dieser größeren kommunalen Einheit aus. Ohne eigene Kompetenzen und ohne finanzielle Dispositionsmöglichkeiten wurde daher der richtige Ansatz gewählt, sich nämlich vor allem auf die „weichen Faktoren“ zu konzentrieren, die weniger vom zur Verfügung stehenden Geld, sondern maßgeblich von Eigeninitiative und Eigenleistungen getragen sind. Mit der Kraft des bürgerschaftlichen Engagements als Basis und Rückhalt konnten dennoch auch größere Vorhaben wie der Umbau des ehemaligen Gemeindehauses zu einem Vereinshaus, der Neubau der Schule samt Gestaltung des so genannten Holunderspielplatzes sowie der Mehrgenerationenplatz erwirkt und finanziert werden.

 

 

Kurtinig, Südtirol, Italien, vermag mit der Erarbeitung eines innovativen, umfassenden Dorfentwicklungsplanes zu überzeugen, der unter gezielter Einbeziehung der BürgerInnen erstellt wurde. Eines der zentralen Elemente stellt dabei der qualitätvolle Umgang mit der historischen Bausubstanz, insbesondere in der Kernzone, dar. In Kombination mit außergewöhnlichen Gestaltungsmaßnahmen im öffentlichen Raum, beispielsweise der Idee, den Dorfplatz als eine Art Wohnzimmer für die BewohnerInnen zu etablieren, sowie mit der Schaffung einer Parklandschaft im Bereich der öffentlichen Gebäude wie Kindergarten, Schule und Kulturhaus, die zum Verweilen einlädt, trägt dies maßgeblich zu einer positiven Innenentwicklung bei. Neben zahlreichen Projekten zur Schaffung und Bewahrung einer herausragenden öffentlichen Infrastruktur sind vor allem der in interkommunaler Kooperation entstandene Skaterpark Unterland sowie der ebenfalls in Partnerschaft mit benachbarten Gemeinden entwickelte Weinlehrpfad „Drei Dörfer – ein Weg“ hervorzustreichen. Dank des realisierten Bündels an Maßnahmen wurden die Lebensqualität in Kurtinig deutlich verbessert, die Attraktivität des Dorfes als Wohnort gesteigert und der bereits eingesetzte Abwanderungstrend gestoppt.

 

 

Lastrup, Niedersachsen, Deutschland, hat nach einer höchst negativen Entwicklung, bedingt vor allem durch die einschneidende, geradezu lebensfeindliche Trennung durch eine stark befahrene Durchzugsstrasse samt beginnender Verödung des ehemaligen Ortskerns, einen markanten Neubeginn verwirklichen können. Grundpfeiler dafür war ein herausragendes Bürgerbeteiligungsmodell mit den Schwerpunkten Motivation und Inklusion. Viele Projekte wurden in einem breiten, partizipativen Prozess mit den BürgerInnen geplant und trotz der kurzen Zeitspanne seit Beginn des Entwicklungprozesses bereits in ersten Schritten umgesetzt. Das Denken in Symbiosen, wie es insbesondere beim Erholungs- und Freizeitzentrum neben dem St. Elisabeth-Stift mit seinen Mehrfachnutzungen ersichtlich wird, sowie die Schwerpunktsetzung auf ein gesellschaftliches Miteinander aller Generationen, Nationalitäten und Minderheiten durch eine eigene Inklusionsbeauftrage und einen Jugendgemeinderat stechen dabei ganz besonders hervor.

 

 

Rammenau, Sachsen, Deuschland, hat es Dank innovativer, von Offenheit für Neues geprägter Strategien geschafft, nach der politischen Wende eine bemerkenswerte Entwicklung zu nehmen. So wurde aus einer fast ausschließlich agrarisch geprägten Gemeinde ein attraktiver Wohn- und Wirtschaftstandort. Basierend auf sowohl internen Kooperationen mit Vereinen und lokalen Unternehmen als auch externer Zusammenarbeit und Partnerschaft mit anderen Gemeinden der Westlausitzer Region ist es in Rammenau gelungen, ein ganzheitliches touristisches Entwicklungskonzept zu erarbeiten und zu verwirklichen, das im Bereich der Dienstleistungen nicht nur hohe Attraktivität für Gäste zu bieten vermag, sondern auch die Lebensqualität der EinwoherInnen steigert und sich als guter Jobmotor erweist. Die Gemeinde darf als Beispiel dafür genannt werden, dass Kooperationen und ein gesellschaftliches Miteinander für ein Dorf von essenzieller Bedeutung sein können.

 

 

Spišský Hrhov, Prešov Region, Slowakei, erlebte in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts eine kontinuierliche Abwärtsbewegung, die sich unter anderem in einer schrumpfenden Bevölkerungszahl und einer nahezu 100-prozentigen Arbeitslosigkeit zeigte. 1998 formierte sich ein breiter „bürgerlicher Widerstand“ gegen diesen Trend und die BürgerInnen von Spissky Hrhov machten sich auf den Weg, ihre Entwicklung selbst aktiv in die Hand zu nehmen. Wichtiges Ziel auf diesem Weg war und ist es, die Bevölkerungsgruppe der Roma mit ins Boot zu holen und ein wertschätzendes Zusammenleben der Volksgruppen zu ermöglichen. Die Gemeinde gründete eine eigene Firma, die als örtlicher Wirtschaftsmotor den Menschen vor Ort Arbeit gibt, die örtliche Infrastruktur verbessert und erneuert, Wohnraum schafft und gleichzeitig die Wertschöpfung in der Region behält. Parallel dazu wurde der Kinderbetreuungs- und Bildungsbereich vorbildlich neu aufgesetzt. In einem offenen Miteinander erfahren und erleben insbesondere die Jugendlichen einen wertschätzenden und offenen Umgang miteinander – die Basis für eine gemeinsame Zukunft schlechthin.

Aufgrund dieser herausragenden Leistungen wird der Gemeinde Spišský Hrhov ein Sonderpreis für in wertschätzendes Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen verliehen.

 

Obec Spišský Hrhov prežila v druhej polovici minulého storočia veľmi ťažké obdobie, čo sa prejavilo okrem iného klesajúcim počtom obyvateľstva a takmer 100% nezamestnanosťou. V roku 1998 sa proti tomuto trendu formoval "občiansky odpor" a obyvatelia sa aktívne zapojili do rozvoja Spišského Hrhova. Najdôležitejší cieľ na tejto spoločnej ceste do budúcnosti je vziať rómsku komunitu so sebou, umožniť a vysoko oceniť vzájomné spolunažívanie obyvateľov obce.

Obec založila vlastnú firmu, ktorá ako ekonomický a hospodársky motor, umožnila obyvateľom obce pracovať v nej. Miestna infraštruktúra je obnovená, ľudia bývajúci a zároveň pracujúci v obci vytvárajú hodnoty pre celý región.

Starostlivosť o deti a vzdelávanie sa v obci nastavila príkladne. Vďaka otvorenej spolupráci zažíva mladá generácia otvorený a vysoko cenený prístup vo vzájomnom spolunažívaní. Tým je základ pre spoločnú budúcnosť natrvalo zakotvený.

Na základe týchto vynikajúcich výsledkov získava obec Spišský Hrhov mimoriadnu cenu za spolužitie všetkých skupín obyvateľov v obci.

 

 

 

Europäischer Dorferneuerungspreis für besondere Leistungen in einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung

 

Blankensee, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland, weist besondere Leistungen in den grenzüberschreitenden Aktivitäten mit den polnischen Nachbargemeinden auf, so sind beispielsweise die Umsetzung des Interreg-Projekts „Rosenfestival“ gemeinsam mit der polnischen Partnergemeinde Dobra, die Abhaltung von „Deutsch-Polnischen Sprachkursen“ zum Abbau vonb Sprachbarrieren und die Abhaltung des „Polnischen Tags“ zur Integration der polnischen GemeindebürgerInnen nennenswert. Auch einige Aktivitätenin den Bereichen Kunst und Kultur sind für eine so kleine Gemeinde bemerkenswert. Der Ansatz, den „sanften Tourismus“ inmitten einer großartigen Naturlandschaft zu forcieren, darf als richtig und zukunftsweisend bezeichnet werden. Das Motto „offen sein“ wird offensichtlich umgesetzt.

 

 

Hohenseefeld, Brandenburg, Deuschland, ist eine kleine dörfliche Einheit mit einer starken Dorfgemeinschaft, die die Steigerung der Lebensqualität ihrer BürgerInnen zum Ziel hat. Großer Wert wird auf die zwischenmenschliche Kommunikation und auf ehrenamtliche Tätigkeiten gelegt. Das Dorf befindet sich mitten in einem Entwicklungsprozess, der bereits Erfolge in der Umsetzung aufweisen kann. Hervorzuheben sind die Sicherung der Nahversorgung und der Umgang mit der Natur. Viele gute Projekte, insbesondere im Energie- und Umweltbereich, sind geplant und belegen Problembewusstsein in zahlreichen Bereichen, wobei sich der Umgang mit der Herausforderung „Dorfidylle kontra Zukunftsfähigkeit“ als spannend erweist. Erste touristische Aktivitäten wurden umgesetzt, um sich als Naherholungsraum für die Städte Potsdam und Berlin zu profilieren.

 

 

Kateřinice, Region Zlín, Tschechien, hat sich zu Beginn drei Schwerpunkte bzw.  besondere Entwicklungsziele vorgenommen, und zwar erstens die Schaffung guter Lebensbedingungen für Kinder und Jugendliche sowie die Stärkung von zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den verschiedenen Generationen. Zweitens wurde und wird besonderer Wert auf den Ausbau der Verkehrs- und der technischen Infrastruktur zur Verbesserung der Lebensqualität gelegt. Und drittens galt und gilt ein Hauptaugenmerk den Anliegen des Umweltschutzes. In allen drei Bereichen konnte eine Reihe von Maßnahmen getroffen werden, die den Ort genauso prägen, wie  das rege Vereinsleben, wobei insbesondere der Kulturverein der Glockenspielerinnen, der internationale Bekanntheit aufweist, zu erwähnen ist.

 

Kateřinice čítající zhruba 1000 obyvatel se nachází na východě České republiky ve vzdálenosti cca 20 km od slovenské hranice a jsou typickou silnicovou vsí ležící v kopcovité krajině. Kateřinice si předsevzaly tři cíle, a to:

1)  výchova dětí, mládeže a budoucích generací a posílení mezilidských vztahů,

2)  rozvoj dopravní a technické infrastruktury za účelem zlepšení kvality života,

3)  životní prostředí.

Všechny cíle byly dosaženy.

V Kateřinicích upoutá čilý spolkový život a obzvláště kulturní spolek hráčů na zvonky, který má mezinárodní renomé. Kateřinice jsou za své snahy vyznamenány Evropskou cenou obnovy vesnice za zvláštní výsledky v jednotlivých oblastech rozvoje venkova.

 

 

Krásná, Karlsbader Region, Tschechien, zeichnet sich durch die Umsetzung zahlreicher und vielfältiger Projekte aus. Führende Kraft im Entwicklungsprozess ist eindeutig der Bürgermeister. Durch viele gesellschaftliche Aktivitäten wächst die Bevölkerung zusammen. So hat die Gemeinde Krásná im Vergleich zur Region sehr viel im Bereich Landentwicklung getan. Aus den angefangenen Projekten kann man interpretieren, dass die Gemeinde Krásná zukünftig ein familienfreundliches Milieu bieten kann. Vor allem die Identität und das Verantwortungsgefühl bei den Einwohnern ist heute  bereits sehr stark entwickelt; ein großes Potential besteht auch in den Vereinen. Junge Familien mit Kindern wählen bewusst Krásná als ihren Lebensort aus. Die Gemeinde tauscht neue Ideen in zahlreichen überregionalen Kooperationen und Netzwerken aus. Krásná nutzt ihre Lage im Dreiländereck um zahlreiche grenzüberschreitende Projekte umzusetzen.

 

Bylo realizováno mnoho projektů, ale je třeba dále soustavně rozvíjet jejich celistvost a udržitelnost. Vedoucí silou rozvoje je jednoznačně starosta. Obyvatelstvo se sbližuje v rámci mnoha společenských aktivit. Díky tomu obec Krásná vykonala v oblasti rozvoje venkova v porovnání s regionem velmi mnoho. Ze zahájených projektů je možné odvodit, že obec Krásná v budoucnu nabídne prostředí vstřícné rodinám. Především identita a pocit zodpovědnosti obyvatel jsou již dnes silně rozvinuty; velký potenciál tkví také ve spolcích. Mladé rodiny s dětmi si Krásnou vědomě vybírají za své místo k životu. Obec sdílí a získává nové nápady v rámci četných nadregionálních kooperací a sítí. Krásná využívá své polohy na trojmezí k realizaci mnohých přeshraničních projektů.

Obec Krásná se vyznamenává Evropskou cenou obnovy vesnice za zvláštní výsledky v jednotlivých oblastech rozvoje venkova.

 

 

Nagypáli, Komitat Zala, Ungarn, hat 1996 einen zukunftsweisenden Entwicklungsprozess gestartet. Nach Wiedererlangen der Gemeindeautonomie wurde mit dem „Grünen Weg“ ein Gemeindeleitbild erarbeitet, das die Entwicklung in der von Abwanderung stark betroffenen Gemeinde für die nächsten Jahrzehnte vorgab. Durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze und einer „Baulandoffensive“ gelang es, den negativen Bevölkerungstrend zu stoppen. Nach 19 Jahren intensiver Entwicklungsarbeit konnten die Einwohnerzahl verdoppelt und über 70 Betriebe in Nagypali angesiedelt werden. Ökotourismus und Energiebewusstsein prägten das Handeln der Gemeinde in den letzten Jahren und machen sie zu einem Vorreiter. Eindrucksvoll bewiesen die EinwohnerInnen, dass mit Kreativität und Engagement auch kleine Gemeinden eine Chance auf Zukunftsfähigkeit haben.

 

Nagypáli közössége 1996-ban kezdte meg falumegújítási munkáit. A község önállóságának megszerzését követően dolgozták ki a "Zöld ÚT" elnevezésű fejlesztési programjukat. Ez a terv határozta meg az elnéptelenedő község évtizedekre szóló fejlesztési tennivalóit. Új munkahelyek megteremtésével, új lakóterület kijelölésével sikerült az elnéptelendedés trendjét megfordítani és sokakat a településre vonzani. 19 év intenzív, sikeres fejlesztőmunkájának eredménye a népességszám megkétszereződése, és az, hogy több mint 70 vállalkozás székhelye lett a település. Az alternatív energetikai törekvések és az ökoturizmus fejlesztése terén értek el kimagasló eredményeket. Az eredetileg 272 fős közösség meggyőzően bizonyította, hogy kreatív kezdeményezésekkel kislétszámú települések számára is létezik jövő. Nagypáli a falumegújítás egyes területein.bemutatott teljesítményéért Falumegújítási Díjat érdemel.

 

 

Zappendorf, Sachsen-Anhalt, Deutschland, besticht mit einer ausgesprochen starken und engagierten Dorfgemeinschaft mit aktiver und konsequent umgesetzter Bürgerbeteiligung. Das bürgerschaftliche Engagement kann denn auch einige überzeugende und besondere Leistungen in Teilbereichen der Dorfentwicklung dokumentieren: eine Verbesserung des Angebots an öffentlicher Infrastruktur in allen Ortsteilen mit dezentraler Schule und Kindertagesstätte, ein Kinder- und Jugendcamp im Steinbruch sowie ein Heimat- und Landwirtschaftsmuseum. Besonders hervorzuheben sind auch der respektvolle Umgang und die wertschätzende Meinungsbildung gegenüber anderen Kulturen und Lebensperspektiven, die schon in der KITA vermittelt werden. Eine Vielzahl an weiteren Projekten und Initiativen ist in Planung, was von einem großen Problembewusstsein zeugt. 

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