Für Europas Dörfer gilt die Devise „offen sein“

24 Dörfer aus 11 verschiedenen Staaten matchen sich um den begehrten Europäischen Dorferneuerungspreis 2016, der unter dem Motto „offen sein“ steht. Die international und interdisziplinär besetzte Jury hat vergangene Woche im Rahmen eines Meetings in Klagenfurt mit dem mehrstufigen Bewertungs-Vorgang begonnen, der in den Monaten Mai und Juni mit Vor-Ort-Besichtigungen der Wettbewerbsteilnehmer seine Fortsetzung findet. Die Entscheidung fällt Ende Juni, die Preisverleihung erfolgt im September in Ungarn. Den erfolgreichsten Teilnehmern winkt ein Eintrag auf einer Online-Roadmap der besten Dorf- und Gemeindeentwicklungsprojekte Europas.

 

„Gerade in Zeiten, in denen das Wort Krise viele zu lähmen scheint, ist es von unschätzbarem Wert, wenn Menschen die Initiative ergreifen und aktiv die Zukunftsfähigkeit ihres unmittelbaren Lebens­raumes stärken. Genau das geschieht in den Dörfern, die sich um den 14. Europäischen Dorfer­neuerungspreis beworben haben“, zeigte sich der Vorsitzende der Wettbewerbs-Jury, der Luxem­burger Charles Konnen, anlässlich der ersten Bewertungssitzung Mitte April in Klagenfurt, Österreich, überzeugt. Es sei beeindruckend, mit wie viel Mut, Kreativität, Beharrlichkeit, Weitblick und Offenheit Projekte umgesetzt werden, die nachhaltig die ökonomische Potenz, die ökologische Qualität, den sozialen Zusammenhalt und den kulturellen Reichtum der jeweiligen Dörfer festigen.

 

Veranstalterin des Wettbewerbes, der seit 1990 im Zweijahresrhythmus ausgelobt wird, ist die Europäische ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung. Neben dem „Europäischen Dorferneue­rungspreis“ werden auch Auszeichnungen für „Herausra­gende ganzheitliche Entwicklungsprojekte“ sowie für „Besondere Leistungen in mehreren oder einzelnen Bereichen der Dorfentwicklung“ vergeben. Neben Trophäe und Plakette winkt den erfolgreichsten Teilnehmern ein Eintrag in eine in wenigen Tagen online gehende elektronische „Roadmap“. Mittels dieses EU-geförderten Projektes werden die europaweit besten Dorferneuerungsorte auf einer virtuellen Landkarte per Mausklick auffind- und abrufbar sein.

Die Mitglieder der Wettbewerbsjury werden im Mai und Juni alle teilnehmenden Orte besichtigen, ehe im Zuge einer weiteren Bewertungssitzung Ende Juni in München die Entscheidung fällt. Die Preisverleihung erfolgt am 9. September 2016 in Tihany, Ungarn, der Siegergemeinde des Wettbewerbes 2014. Bewertet wird, wie das teilnehmende Gemeinwesen auf die festgestellten Stärken und Schwächen sowie internen und externen Gefahren und Chancen reagiert hat. Dabei geht es um konkrete Maßnahmen im Sinne einer wirtschaftlichen Entwicklung, der Schaffung zeitgemäßer sozialer Einrichtungen, der Architektur, Siedlungsentwicklung, Ökologie und Energieversorgung sowie um kulturelle und Bildungsaktivitäten. In gleicher Weise von Bedeutung sind die gewählten Methoden und verfolgten Strategien, die von einem ganzheitlichen und nachhaltigen Ansatz sowie von Partizipation und Kooperation gekennzeichnet sein sollen. Das Wettbewerbsmotto „offen sein“ versteht sich als eine Aufforderung, Scheuklappen abzulegen, einen offenen Blick für das Neue, Unbekannte und Ungewöhnliche zu gewinnen, Innovatives zu wagen, Dorfgrenzen zu überschreiten und gesellschaftliche Vielfalt nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung zu begreifen.

 

„Ziel des Wettbewerbes ist es, Landgemeinden in ihrem Engagement zu bestätigen, zu weiteren Aktivitäten zu motivieren und den Erfahrungsaustausch mit anderen ländlichen Gemein­wesen in Europa zu fördern. Darüber hinaus wollen wir Dörfer und Regionen zur Nachahmung anregen, die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der ländlichen Regionen der europäischen Öffentlichkeit bewusst machen und nicht zuletzt auch Europas Zusammenwachsen stärken“, erläutert die Geschäftsführerin der Europäischen ARGE Landentwicklung und Dorferneuerung, Theres Friewald-Hofbauer.

 

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